Zum Inhalt
Boardaholic
Stand Up Paddling

Stand Up Paddle Touren planen

Eine gute SUP-Tour ist mehr als „einfach losfahren“. Wer Route, Wind und Rückweg im Blick hat, kommt entspannt an – und genießt die Strecke, statt gegen sie zu kämpfen.

Aktualisiert am 26.09.20263 Min. LesezeitLevel: Einsteiger bis Fortgeschritten

Stand Up Paddler auf einem Fluss mit bewaldetem Ufer
Foto: Asurnipal, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

1. Die Distanz realistisch einschätzen

Freizeitpaddler schaffen auf ruhigem Wasser etwa 4 bis 6 km pro Stunde, mit einem Touring-Board etwas mehr. Rechne Pausen, Gegenwind und Fotostopps ein. Für die erste Tour sind 6 bis 10 km ein guter Richtwert.

2. Wind und Strömung einplanen

  • See: Gegen den Wind starten, mit Rückenwind zurück. Vorhersage für den ganzen Tag prüfen – nachmittags frischt der Wind oft auf.
  • Fluss: Flussabwärts planen, Rückweg per Bahn, Bus oder zweitem Auto.
  • Küste: Gezeiten beachten, ablandigen Wind meiden.

3. Ein- und Ausstiege

Prüfe vorab, wo du legal ein- und aussteigen kannst. Private Grundstücke, Naturschutzgebiete und Schilfzonen sind tabu. Viele Flüsse haben ausgewiesene Stellen. Plane außerdem einen „Notausstieg“ auf halber Strecke.

4. Das Gepäck

Muss mitKann mit
Leash, SchwimmwesteKamera in wasserdichter Tasche
Handy in wasserdichter HülleKajaksitz fürs Pausieren
TrinkwasserErsatzfinne
Sonnenschutz, KappeKleines Reparaturset
Wechselkleidung im PacksackFernglas

Das Gepäck gehört ins vordere Netz, schwere Sachen möglichst mittig, damit das Board nicht kopflastig wird.

5. Pausen und Verpflegung

Plane alle 60 bis 90 Minuten eine Pause ein. Auf dem Wasser trinkt man wegen des kühlen Windes oft zu wenig. Kleine Snacks im Deckbeutel helfen gegen den Leistungseinbruch nach zwei Stunden.

Pro-TippSchick jemandem vor der Tour deine Route und geplante Ankunftszeit. Das ist die einfachste Sicherheitsmaßnahme und kostet nichts.

6. Das richtige Board

Für Touren über 10 km lohnt sich ein längeres, schmaleres Board. Mehr dazu im Beitrag SUP 12'. Für Flüsse gelten zusätzliche Regeln – siehe SUP auf dem Fluss.

Checkliste für die Tagestour

  1. Wind- und Wettervorhersage geprüft
  2. Route mit Ein- und Ausstiegen und Rückweg geklärt
  3. Jemand weiß Bescheid
  4. Leash, Schwimmweste, Handy, Wasser, Sonnenschutz
  5. Board aufgepumpt, Finne fest
  6. Plan B bei Wetterumschwung

Inspiration

Wer einmal auf Reisen paddeln möchte, findet im Beitrag SUP in Rotorua ein Beispiel für eine Region, in der sich Seen, Flüsse und Geothermie verbinden.

Mehrtagestouren

Wer mehrere Tage unterwegs sein will, braucht ein Board mit ausreichend Traglast und Gepäcknetzen, wasserdichte Packsäcke und eine sorgfältige Planung der Übernachtungen. An vielen Flüssen gibt es Wasserwanderrastplätze, an denen Paddler zelten dürfen. Wildcampen ist in Deutschland fast überall verboten. Ein Touring-Board um 12'6" oder länger ist für solche Touren ideal.

Touren auf Seen

Auf großen Seen verändert sich der Wind im Tagesverlauf oft deutlich. Eine Uferroute ist sicherer als eine Querung, auch wenn sie länger ist. Plane Querungen, wenn überhaupt, am frühen Morgen, wenn es meist ruhiger ist. Informiere dich über Schutzgebiete am Ufer – manche Buchten sind gesperrt.

Tourenideen finden

Viele Tourismusregionen, Kanuverbände und Gemeinden veröffentlichen Paddelrouten mit Ein- und Ausstiegsstellen. Auch Karten der Wasserwanderwege helfen bei der Planung. Wer lieber in der Gruppe unterwegs ist, findet bei SUP-Schulen geführte Touren.

Häufige Fragen

Wie viele Kilometer sind für Anfänger realistisch?

Für die erste Tour 5 bis 8 km bei ruhigem Wetter. Mit etwas Übung sind 15 km und mehr an einem Tag gut machbar.