
Die Anfänge: Surfen auf dem Gehweg
In den 1950er Jahren begannen Surfer in Kalifornien, Rollschuhrollen unter Holzbretter zu schrauben. Wenn das Meer flach war, „surften“ sie auf den Gehwegen – daher der Begriff Sidewalk Surfing. Bald gab es erste industriell gefertigte Boards. Die Rollen waren aus Metall oder Ton, das Fahren entsprechend holprig.
Der Durchbruch: Polyurethan
Anfang der 1970er Jahre kamen Rollen aus Polyurethan auf. Sie hatten Grip, liefen leise und ruhig. Das veränderte alles: Plötzlich konnte man schnell fahren, Kurven carven und Rampen hinauf. Präzisere Achsen und Kugellager folgten.
Pools und Rampen
In den 1970er Jahren entdeckten Skater in Kalifornien leere Swimmingpools für sich. Die runden Wände der Becken waren perfekt, um Tempo aufzubauen und über die Kante zu fahren. Daraus entwickelte sich das Vert-Skaten auf Halfpipes. Gleichzeitig entstanden die ersten Skateparks.
Street-Skaten
In den 1980er Jahren wurde der Ollie – der Sprung mit dem Board ohne Hände – auch auf flachem Boden möglich. Damit eroberten Skater die Städte: Treppen, Geländer, Bänke und Mauern wurden zu Hindernissen. Street-Skaten ist seitdem die verbreitetste Form.
Skateboarding als Kultur
Mit dem Sport entstanden Magazine, Videos, Mode und Musik. Skaten wurde Teil der Jugendkultur – oft im Konflikt mit Städten, die Skater von Plätzen vertrieben. Mit dem Bau von Skateparks und mehr Akzeptanz hat sich das vielerorts entspannt.
Olympia
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1950er | Surfer in Kalifornien bauen die ersten Boards |
| 1970er | Polyurethan-Rollen, erste Skateparks, Pool-Skaten |
| 1980er | Street-Skaten, der Ollie wird zum Standard |
| 2021 | Olympische Premiere in Tokio (Spiele 2020) |
Bei den Olympischen Spielen in Tokio, die wegen der Pandemie 2021 stattfanden, war Skateboarding erstmals olympisch – mit den Disziplinen Street und Park. Die Premiere zeigte einer großen Öffentlichkeit, wie jung und international der Sport ist.
Pro-TippWer sich für Skate-Geschichte interessiert, findet in vielen Städten alte Spots und Skateparks mit eigener Geschichte. Lokale Vereine erzählen gern davon.
Die Nachfahren
Aus dem Skateboard haben sich weitere Bretter entwickelt: das Longboard für Tempo und Cruisen, das Surfskate als Trainingsgerät für Surfer. Die Verwandtschaft zum Surfen ist bis heute sichtbar. Wie ein modernes Board aufgebaut ist: Skateboard-Aufbau.
Skaten in Deutschland
Auch in Deutschland fasste das Skateboarden schon in den 1970er Jahren Fuß. Es folgten Wellen der Begeisterung und Phasen, in denen es ruhiger wurde. Mit Street-Skaten in den 1980er und 1990er Jahren und dem Bau vieler öffentlicher Skateparks wurde der Sport fester Bestandteil der Jugendkultur. Heute gibt es in vielen Städten Skateparks, Hallen und Vereine.
Frauen im Skateboarding
Lange galt Skaten als Männersport. Das hat sich deutlich verändert: Bei den olympischen Wettbewerben gab es eigene Frauenwettbewerbe, und weltweit gründeten sich Initiativen, die Mädchen und Frauen ans Skaten heranführen. Viele Skateparks bieten eigene Sessions an.
Vom Rand in die Mitte
Die Geschichte des Skateboards ist auch eine Geschichte von Konflikten um öffentlichen Raum. Was früher verboten war, wird heute bei der Stadtplanung oft mitgedacht. Skateparks gelten inzwischen als wertvolle Treffpunkte für Jugendliche.
Häufige Fragen
Seit wann ist Skateboarding olympisch?
Seit den Spielen von Tokio, die 2021 stattfanden. Ausgetragen werden die Disziplinen Street und Park.
Zum Weiterlesen: Skateboard (Wikipedia), Skateboarding bei den Olympischen Sommerspielen 2020 (Wikipedia)
