Der Wind: Gefahr Nummer eins
Ein SUP bietet dem Wind viel Fläche – du stehst wie ein Segel darauf. Schon bei mäßigem Wind kann das Zurückpaddeln zur Qual werden. Besonders tückisch ist ablandiger Wind, der vom Ufer aufs Wasser weht: Am Ufer spürst du ihn kaum, weil Bäume und Häuser ihn bremsen. Draußen treibt er dich stetig hinaus.
Faustregeln:
- Vor der Tour die Windvorhersage prüfen. Für Einsteiger ist ab etwa 3 Beaufort Schluss.
- Gegen den Wind starten, mit dem Wind zurück.
- Wird es draußen zu anstrengend: hinknien oder hinlegen und paddeln. Das halbiert die Angriffsfläche.
Die Ausrüstung
| Teil | Warum |
|---|---|
| Leash | Das Board bleibt deine Schwimmhilfe. Siehe SUP-Leash |
| Schwimmweste oder Auslöseweste | Pflicht für unsichere Schwimmer, sinnvoll für alle auf großen Gewässern |
| Handy in wasserdichter Hülle | für den Notruf |
| Kälteschutz | Neopren oder Funktionskleidung bei Wassertemperaturen unter ca. 15 °C |
| Pfeife | wird gehört, wenn Rufen nicht mehr reicht |
| Sonnenschutz, Trinkwasser | auf Touren über eine Stunde |
Kaltes Wasser unterschätzen viele
Ein Sturz ins 12 Grad kalte Wasser eines Sees im Mai ist etwas anderes als ein Sprung in den Badesee im August. Der plötzliche Kälteschock kann die Atmung aus dem Takt bringen. Im Frühjahr und Herbst gehört Neopren oder ein Trockenanzug zur Ausrüstung – auch wenn die Luft warm ist.
Regeln auf dem Wasser
- Auf Schifffahrtsstraßen haben die Berufsschifffahrt und größere Schiffe Vorrang. Halte Abstand zu Fahrrinnen.
- Naturschutz- und Sperrzonen, Schilfgürtel und Brutgebiete meiden.
- Die Wasserschutzpolizei empfiehlt, Name und Kontaktdaten gut sichtbar am Board anzubringen. So kann ein treibendes Board zugeordnet werden, ohne eine Suche auszulösen.
- Nie unter Alkoholeinfluss paddeln.
Allein oder in der Gruppe
Allein paddeln ist möglich, wenn jemand an Land weiß, wo du bist und wann du zurück bist. Auf großen Seen, Flüssen und am Meer ist eine Gruppe sicherer.
AchtungWenn du vom Board getrennt wirst und es wegtreibt: Nicht hinterherschwimmen, wenn es sich schneller entfernt, als du schwimmst. Kräfte sparen, auf dich aufmerksam machen, im Zweifel Notruf 112 absetzen.
Wenn es ernst wird
- Ruhe bewahren, Kontakt zum Board halten.
- Hinlegen und mit den Armen in Richtung Ufer paddeln – quer zum Wind, wenn gegen den Wind nicht möglich ist.
- Andere Wassersportler oder Boote durch Winken und Pfeifen auf dich aufmerksam machen.
- Mit dem Handy den Notruf 112 wählen.
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Für Flüsse gelten zusätzliche Regeln – siehe SUP auf dem Fluss. Speziell für Kinder: SUP für Kinder.
Wetter lesen
Neben der Windvorhersage lohnt ein Blick auf Gewitterwarnungen. Gewitter sind auf dem Wasser besonders gefährlich, weil du der höchste Punkt bist. Sobald du Donner hörst oder sich dunkle Wolken auftürmen, paddelst du zum nächsten Ufer. Auch Böen vor einer Gewitterfront können plötzlich stark werden. Auf großen Seen gibt es oft Sturmwarnleuchten am Ufer – ihre Bedeutung solltest du kennen.
Schifffahrt und andere Wassersportler
Auf Seen mit Segel- und Motorbooten gilt: sichtbar bleiben. Helle Kleidung oder eine auffällige Schwimmweste helfen. Kreuze Fahrrinnen zügig und im rechten Winkel. Große Schiffe können nicht ausweichen und haben lange Bremswege. Halte Abstand zu Badestellen, Anglern und Schwimmern.
Erste Hilfe und Unterkühlung
Wer lange im kalten Wasser war, zittert, wirkt verwirrt oder ungeschickt – Anzeichen einer Unterkühlung. Dann gilt: raus aus dem Wasser, nasse Kleidung aus, warm einpacken, warme Getränke (kein Alkohol) und bei deutlichen Symptomen den Rettungsdienst rufen. Ein Erste-Hilfe-Kurs ist für alle, die regelmäßig auf dem Wasser sind, eine gute Idee.
Häufige Fragen
Ab welcher Windstärke sollte man nicht mehr paddeln?
Für Einsteiger ist ab etwa 3 Beaufort Vorsicht geboten, besonders bei ablandigem Wind. Erfahrene Paddler setzen die Grenze je nach Gewässer höher.
