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Surfen

Surfen lernen: die ersten Schritte ins Weißwasser

Surfen ist schwerer, als es auf Fotos aussieht – und macht süchtiger, als man denkt. Mit einem Kurs, dem richtigen Board und realistischen Erwartungen stehst du schneller, als du glaubst.

Aktualisiert am 26.09.20264 Min. LesezeitLevel: Einsteiger

Surfer fährt eine brechende Welle entlang
Foto: Brocken Inaglory, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Surfschule oder allein?

Eine Surfschule lohnt sich fast immer. Nicht, weil Surfen so kompliziert ist, sondern weil du Strömungen, Regeln und Wellen einschätzen lernen musst. Ein guter Lehrer sucht den passenden Spot, gibt dir ein geeignetes Board und korrigiert Fehler, bevor sie sich festsetzen. Fünf Tage Kurs sind ein guter Start.

Das richtige Board

Anfänger surfen auf großen Softtops mit viel Volumen. Kurze, spitze Boards sehen besser aus, aber du wirst darauf kaum Wellen erwischen. Details zur Auswahl: Surfboard-Arten und Surfboard-Volumen.

Die ersten Tage: Weißwasser

Du fängst nicht an der brechenden Welle („Line-up“) an, sondern im Weißwasser, dort, wo die Welle schon gebrochen ist. Der Schaum schiebt das Board an, du übst das Aufstehen.

Der Pop-up in fünf Schritten

Regular- und Goofy-Stand auf dem BrettRegularlinker Fuß vornGoofyrechter Fuß vornrot = vorderer Fuß, Fahrtrichtung →
Regular oder goofy? Die meisten merken es beim ersten Versuch, welcher Fuß nach vorn will.
  1. Auf dem Board liegen, Zehen am Heck, Blick nach vorn.
  2. Welle kommt: kräftig paddeln, bis du den Schub spürst.
  3. Hände flach neben die Brust, Oberkörper hochdrücken.
  4. In einer Bewegung die Füße unter den Körper ziehen – hinterer Fuß quer, vorderer Fuß mittig.
  5. Knie gebeugt, Arme locker, Blick in Fahrtrichtung.

Pro-TippÜbe den Pop-up an Land auf einer Linie im Sand, bis er ohne Nachdenken klappt. Zehn Wiederholungen am Morgen bringen mehr als eine Stunde im Wasser ohne Plan.

Die Regeln im Wasser

  • Vorfahrt: Wer am nächsten am brechenden Teil der Welle ist, hat Vorrang.
  • Kein Droppen: Nimm keine Welle, auf der schon jemand fährt.
  • Board festhalten: Wirf dein Board nie weg, wenn eine Welle kommt – es trifft sonst andere.
  • Rauspaddeln: Im Bogen um die Fahrlinie der anderen herum.

Sicherheit

Strömungen („Rip Currents“) ziehen seewärts. Wer hineingerät, paddelt nicht dagegen an, sondern parallel zum Strand, bis die Strömung nachlässt. Surfen an bewachten Stränden und in Flaggenbereichen für Surfer ist für Einsteiger die sicherste Wahl.

Realistische Erwartungen

Die meisten stehen nach ein bis drei Tagen im Weißwasser. Grüne, ungebrochene Wellen zu surfen, dauert oft Wochen bis Monate regelmäßigen Übens. Das ist normal. Surfen belohnt Geduld.

Wo lernen?

Klassiker für Einsteiger sind die Atlantikküsten Frankreichs, Portugals und Spaniens. In Deutschland gibt es Surfschulen an Nord- und Ostsee sowie künstliche Wellen – mehr dazu in Surfen in Deutschland. Wer zu Hause trainieren will, findet eine gute Übung im Surfskate.

Fitness fürs Surfen

Surfen ist vor allem Paddeln. Wer vor dem ersten Surfurlaub Schultern und Rücken trainiert, hat mehr Kraft für die Wellen. Schwimmen, Rudern und Übungen wie Liegestütze und Unterarmstütz helfen. Auch Beweglichkeit in Hüfte und Sprunggelenken erleichtert den Pop-up. Und: Surfen kostet Ausdauer – wer nach einer Stunde erschöpft ist, trifft schlechte Entscheidungen.

Wellen lesen

Mit der Zeit lernst du, Wellen zu beurteilen: Wo bricht sie zuerst (Peak)? Läuft sie nach links oder rechts? Bricht sie langsam oder schlagartig (close-out)? Beobachte vor jeder Session ein paar Minuten vom Strand, wo die anderen sitzen und wie die Wellen laufen.

Surf-Knigge an Land

  • Board nicht mitten auf dem Weg ablegen.
  • Wachsreste und Müll wieder mitnehmen.
  • Lokale Surfer respektieren – sie kennen den Spot seit Jahren.
  • Umziehen diskret, zum Beispiel mit einem Surfponcho.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, surfen zu lernen?

Stehen im Weißwasser: wenige Tage. Selbstständig grüne Wellen surfen: meist mehrere Wochen Surfzeit, verteilt über Monate.