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Surfen

Surfen in Deutschland: Küste, Fluss und Welle

Deutschland ist kein Surfland wie Portugal. Trotzdem wird hier überall gesurft: an der Nordsee, bei Sturm an der Ostsee, auf stehenden Flusswellen mitten in der Stadt und inzwischen in künstlichen Wellenbecken.

Aktualisiert am 26.09.20263 Min. LesezeitLevel: alle

Surfer auf der Eisbachwelle in München im Winter
Surfen mitten in der Stadt: die Eisbachwelle in München. · Foto: Pittigrilli, CC0, via Wikimedia Commons

Nordsee

Die Nordsee bietet die verlässlichsten Wellen in Deutschland. Besonders die Westküste von Sylt ist bekannt, weil sie offen zur Nordsee liegt. Auch an anderen Inseln und Küstenabschnitten entstehen bei Westwind surfbare Wellen. Gute Bedingungen gibt es vor allem im Herbst und Winter, wenn Tiefdruckgebiete über die Nordsee ziehen – dann aber mit kaltem Wasser.

Ostsee

Die Ostsee hat meist wenig Wellen. Bei kräftigem, auflandigem Wind aus passender Richtung bauen sich aber kurze, steile Windwellen auf. Dann füllen sich bekannte Spots an der Küste Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns schnell. Es lohnt sich, Wind- und Wellenvorhersagen genau zu verfolgen.

Flusswellen

Die bekannteste stehende Welle Deutschlands liegt im Eisbach in München, am Rand des Englischen Gartens. Das Wasser strömt über eine Stufe und bildet eine Welle, die das ganze Jahr gesurft wird. Sie ist nur für erfahrene Surfer geeignet: Die Strömung ist stark, das Wasser flach, Steinbrocken liegen am Grund. Daneben gibt es weitere Flusswellen, etwa die Floßlände in München, auf denen es etwas ruhiger zugeht.

AchtungFlusswellen sind kein Ort zum Surfenlernen. Sie verlangen sichere Beherrschung des Boards, Kenntnis der Strömung und Rücksicht auf die lokalen Regeln. Informiere dich vorher bei lokalen Vereinen.

Surfparks und künstliche Wellen

In den letzten Jahren sind in Europa mehrere Surfparks mit künstlich erzeugten Wellen entstanden, und auch in Deutschland gibt es Anlagen und Projekte. Der Vorteil: planbare Wellen, keine Wetterabhängigkeit, ideal zum Üben. Der Nachteil: Die Session ist zeitlich begrenzt und kostet deutlich mehr als eine Stunde am Strand.

Ausrüstung

RevierWassertemperaturAnzug
Nord- und Ostsee im Sommerca. 15–20 °C3/2 oder 4/3
Nord- und Ostsee Herbst/Winterca. 3–12 °C5/4 oder 6/5, Haube, Schuhe, Handschuhe
Eisbachganzjährig kühlje nach Saison 4/3 bis 5/4

Welche Stärke wofür passt, steht im Beitrag Neoprenanzug: die richtige Dicke.

Surfen lernen in Deutschland

An Nord- und Ostsee gibt es Surfschulen, die bei passenden Bedingungen Kurse anbieten. Für den Einstieg sind die ruhigeren Sommermonate besser geeignet. Die Grundlagen: Surfen lernen. Wenn keine Wellen kommen: Wave SUP oder ein Tag auf dem Longboard.

Wellenvorhersagen verstehen

Für die Nord- und Ostsee sind Wind und Windrichtung entscheidend, weil die Wellen meist vom Wind vor Ort oder kurz davor erzeugt werden. Vorhersagen zeigen Wellenhöhe, Periode (Abstand zwischen den Wellen in Sekunden) und Wind. Längere Perioden bedeuten kraftvollere, sauberere Wellen. An der Ostsee sind Perioden oft kurz – die Wellen sind dann kabbelig und schnell.

Winter-Surfen

Viele deutsche Surfer surfen gerade im Winter, weil dann die Wellen kommen. Mit 5/4-Anzug, Haube, Handschuhen und Schuhen ist das gut machbar. Kurze Sessions, warme Kleidung am Strand und eine Thermoskanne mit warmem Tee gehören dazu. Siehe Neoprenanzug.

Surfreisen

Wer regelmäßig surfen will, plant meist Reisen: an die Atlantikküste Frankreichs, nach Portugal, Spanien oder Marokko. Dort sind die Wellen konstanter, das Wasser oft wärmer. Surfcamps kombinieren Unterkunft, Kurs und Material – ein bequemer Einstieg.

Häufige Fragen

Wo sind die besten Wellen in Deutschland?

Am verlässlichsten an der Westküste von Sylt und anderen offenen Nordseeabschnitten, vor allem im Herbst und Winter.

Zum Weiterlesen: Eisbach (Wikipedia)