
Was die Zahlen bedeuten
Die Angabe „4/3“ nennt die Materialdicke in Millimetern. Die erste Zahl gilt für den Rumpf, die zweite für Arme und Beine. Am Körperkern ist mehr Wärme wichtig, an den Gliedmaßen mehr Beweglichkeit.
Dicke nach Wassertemperatur
| Wassertemperatur | Anzug | Extras |
|---|---|---|
| über 22 °C | Lycra oder Shorty | – |
| 18–22 °C | 3/2 kurz oder lang | – |
| 15–18 °C | 3/2 oder 4/3 | evtl. Schuhe |
| 11–15 °C | 4/3 | Schuhe |
| 7–11 °C | 5/4 | Schuhe, Haube, Handschuhe |
| unter 7 °C | 6/5 oder 5/4 mit Haube | alles, was warm hält |
Die Tabelle ist ein Richtwert. Wer schnell friert oder bei Wind lange wartet, wählt eine Stufe wärmer.
Nach Sportart
- Surfen: Viel Paddeln, viel Liegen im Wasser. Beweglichkeit an den Schultern ist wichtig.
- SUP: Du bist meist trocken. Im Sommer reicht oft Funktionskleidung, im Frühjahr und Herbst ein dünner Anzug gegen Stürze ins kalte Wasser.
- Kite und Wing: Der Wind kühlt stark aus. Hier lieber etwas dicker wählen.
- Wakeboard: Kurze, intensive Fahrten mit Pausen am Steg – im Sommer genügt oft ein Shorty.
Die Passform entscheidet
Ein Neoprenanzug muss eng anliegen, ohne einzuschnüren. Zwischen Haut und Neopren darf nur eine dünne Wasserschicht bleiben, die sich erwärmt. Sitzt der Anzug locker, spült ständig kaltes Wasser durch – dann hilft auch die dickste Stärke nicht.
Pro-TippAnprobieren im Laden: Arme über den Kopf strecken, in die Hocke gehen. Wenn es an den Schultern stark zieht oder sich im Rücken Falten bilden, ist der Anzug zu groß oder zu klein.
Reißverschluss: vorn oder hinten?
Back-Zip-Anzüge lassen sich leicht anziehen, sind aber am Rücken etwas weniger dicht. Chest-Zip-Anzüge (Einstieg über die Brust) sind dichter und wärmer, das Anziehen braucht etwas Übung. Reißverschlussfreie Anzüge sind sehr dehnbar, aber mühsam anzuziehen.
Pflege
- Nach jeder Session mit Süßwasser ausspülen.
- Im Schatten auf einem breiten Bügel trocknen, nie in der prallen Sonne.
- Nicht auf dem Heizkörper, nicht in den Trockner.
- Kleine Risse früh mit Neoprenkleber reparieren.
Weiter
Wo du den Anzug in Deutschland am häufigsten brauchst, steht in Surfen in Deutschland. Für Kite-Einsteiger: Kitesurfen lernen.
Neopren und Umwelt
Klassisches Neopren wird aus Erdöl hergestellt. Inzwischen gibt es Anzüge aus alternativen Materialien, etwa auf Basis von Kalkstein oder Naturkautschuk. Sie fühlen sich ähnlich an, sind aber teils teurer. Die nachhaltigste Wahl ist ohnehin, einen Anzug lange zu tragen und kleine Schäden zu reparieren.
Nähte
Wie ein Anzug genäht ist, bestimmt seine Wärme:
- Flachnaht: günstig, lässt Wasser durch – für warmes Wasser.
- Geklebt und blindgenäht: dichter, für kühleres Wasser.
- Zusätzlich versiegelt: innen oder außen abgedichtet, für kaltes Wasser.
Zubehör
Bei kaltem Wasser entscheiden Füße, Hände und Kopf. Neoprenschuhe mit 3 bis 7 mm, Handschuhe und eine Haube machen den Unterschied zwischen einer kurzen, frierenden Session und einer langen, angenehmen. Auch beim Kitesurfen und Wingen ist dieses Zubehör im Frühjahr und Herbst Standard.
Häufige Fragen
Brauche ich für SUP im Sommer einen Neoprenanzug?
Bei warmem Wasser nicht. Im Frühjahr und Herbst, wenn das Wasser noch kalt ist, schützt ein Anzug vor dem Kälteschock bei einem Sturz.

