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Wind & Wake

Kitesurfen lernen: Kurs, Windfenster, Material

Kitesurfen sieht spektakulär aus und ist erstaunlich schnell zu lernen – wenn man es richtig lernt. Ohne Kurs ist es allerdings eine der gefährlichsten Arten, mit einem Brett aufs Wasser zu gehen.

Aktualisiert am 26.09.20264 Min. LesezeitLevel: Einsteiger

Kitesurfer auf dem Wasser vor der schwedischen Küste
Foto: Da.Informator, CC0, via Wikimedia Commons

Warum ein Kurs Pflicht ist

Ein Kite entwickelt enorme Zugkraft. Wer ihn falsch steuert, wird über den Strand gezogen oder aus dem Wasser gehoben. Eine Kiteschule bringt dir in kontrollierter Umgebung bei, wie du den Kite startest, steuerst, landest und im Notfall auslöst. Viele Schulen arbeiten mit Funkhelmen und Stehrevieren, in denen du jederzeit stehen kannst.

Das Windfenster

Das Windfenster beim Kitesurfen: Powerzone, Zwischenbereich und ZenitDuPowerzoneZwischenbereichZenit (neutral)WindfensterrandWind von hinten
Je näher der Kite an der Mitte des Windfensters fliegt, desto mehr Kraft entwickelt er.

Das Windfenster ist der Bereich, in dem der Kite fliegen kann – eine Viertelkugel vor dir, mit dem Wind im Rücken. In der Powerzone direkt vor dir zieht der Kite am stärksten. Am Rand und im Zenit über dir ist er fast neutral. Wer das verinnerlicht hat, kann die Zugkraft gezielt einsetzen.

Die Lernstufen

  1. Theorie: Wind, Windfenster, Vorfahrtsregeln, Sicherheitssysteme.
  2. Trainerkite an Land: Steuern mit einem kleinen Lenkdrachen.
  3. Bodydrag: Mit dem Kite ohne Board durchs Wasser ziehen lassen.
  4. Wasserstart: Board an die Füße, Kite in die Powerzone lenken, aufstehen.
  5. Fahren und Höhe laufen: gegen den Wind kreuzen, um zum Startpunkt zurückzukommen.

Das Material

TeilWofür
Kite (Tubekite)Einsteiger lernen meist mit mittelgroßen Tubekites
Bar mit LeinenSteuerung und Depower
SicherheitssystemQuick Release zum Auslösen im Notfall
Trapezüberträgt die Zugkraft auf die Hüfte
Board (Twintip)symmetrisch, mit Schlaufen oder Bindung
Helm, Prallschutzweste, NeoprenSchutz und Wärme

Die richtige Kitegröße hängt von Wind und Gewicht ab – das klärst du mit der Schule. Kaufe dein erstes Material erst nach dem Kurs.

AchtungKite nie bei ablandigem Wind, bei Gewitter oder in der Nähe von Stromleitungen, Bäumen und Badegästen starten. Viele Unfälle passieren beim Starten und Landen an Land.

Wie lange dauert es?

Die meisten fahren nach einem Grundkurs von mehreren Tagen die ersten Meter. Selbstständig und sicher Höhe zu laufen, dauert oft noch einige Sessions. Wetter und Wind bestimmen das Tempo – ein Kurs kann sich über eine Woche ziehen, wenn der Wind fehlt.

Kiten in Deutschland

An Nord- und Ostsee gibt es viele Kitereviere mit Schulen, außerdem an einigen Binnenseen. Viele Strände haben ausgewiesene Kitezonen – außerhalb davon ist das Kiten oft verboten. Informiere dich über die lokalen Regeln.

Olympisch

Seit den Spielen von Paris 2024 ist Kitefoilen (Formula Kite) olympisch – ausgetragen vor Marseille. Das ist Hochleistungssport, zeigt aber, wie weit sich der Sport entwickelt hat. Mehr zum Foilen: Wingfoil.

Vorfahrtsregeln

Auf dem Wasser gelten für Kiter klare Regeln: Wer von rechts kommt (Steuerbordbug, rechte Hand vorn), hat Vorfahrt. Beim Überholen hält man Abstand. Der Kiter in Luv (näher am Wind) hält seinen Kite hoch, der in Lee (weiter vom Wind) tief. Wer aus dem Wasser startet, hat keinen Vorrang vor Fahrenden.

Kitegrößen und Wind

Größere Kites erzeugen mehr Zug bei wenig Wind, kleinere sind für starken Wind. Fortgeschrittene Kiter haben oft zwei oder drei Kites für unterschiedliche Bedingungen. Wer anfängt, kauft nicht sofort einen ganzen Satz, sondern leiht sich Material, bis klar ist, in welchem Revier und bei welchem Wind er meist fährt.

Gebrauchtes Material

Gebrauchte Kites sind günstig, aber nicht immer sicher. Prüf Tuch, Tubes, Leinen und Sicherheitssystem. Ältere Kites haben teilweise veraltete Sicherheitssysteme. Im Zweifel lieber jemanden mit Erfahrung mitnehmen.

Häufige Fragen

Braucht man Kraft zum Kitesurfen?

Weniger als man denkt. Die Zugkraft geht über das Trapez auf die Hüfte. Wichtiger sind Technik und Gefühl für den Wind.

Zum Weiterlesen: Kitesurfen (Wikipedia)