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Boardaholic
Longboard

Longboard-Achsen und Rollen: das Fahrgefühl einstellen

Das Deck gibt die Form vor, Achsen und Rollen bestimmen das Fahrgefühl. Mit ein paar Handgriffen machst du aus einem trägen Board einen Carver – oder aus einem nervösen Board einen ruhigen Cruiser.

Aktualisiert am 26.09.20263 Min. LesezeitLevel: Fortgeschritten

Longboard aus Holz mit großen Rollen und breiten Achsen
Foto: User:Finkjb, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Reverse-Kingpin-Achsen

Die meisten Longboards haben Reverse-Kingpin-Achsen (RKP). Bei ihnen zeigt der Kingpin, die zentrale Schraube, nach außen. Sie lenken tiefer und weicher ein als klassische Skateboard-Achsen und bleiben bei Tempo stabil. Die typische Breite liegt bei 150 bis 180 mm (Hanger).

Lenkgummis (Bushings)

Die Gummis zwischen Hanger und Baseplate bestimmen, wie leicht das Board lenkt. Sie gibt es in verschiedenen Härten und Formen:

HärteGefühlFür wen
weich (78A–85A)lenkt leicht, federtleichte Fahrer, Carven
mittel (87A–90A)ausgewogendie meisten
hart (93A+)stabil, trägeschwere Fahrer, Tempo
  • Barrel (Tonne): stabil, gleichmäßig
  • Cone (Kegel): lenkt freier
  • Viele fahren eine Kombination: Barrel unten, Cone oben.

Der Kingpin

Mit der Mutter am Kingpin stellst du die Vorspannung ein. Fester angezogen = stabiler, lockerer = wendiger. Nie so locker, dass die Mutter ohne Gewinde halb herausschaut.

Pro-TippStell beide Achsen gleich ein und teste auf ebener Strecke. Viele fahren die vordere Achse etwas lockerer als die hintere – so folgt das Board der Nase.

Die Rollen

Longboard-Rollen sind größer und weicher als Skateboard-Rollen.

WertBereichWirkung
Durchmesser60–75 mmgrößer = mehr Tempo, rollt über Unebenheiten
Härte75A–86Aweicher = mehr Grip und Komfort, härter = rutscht leichter
Kontaktflächebreit bis schmalbreit = mehr Grip, schmal = leichtere Slides
Kantenscharf oder rundrund = Slides, scharf = Grip

Für Einsteiger passen 65 bis 70 mm mit 78A bis 80A: komfortabel, griffig, ruhig.

Kugellager

Auch Longboards nutzen Standard-Lager (608). Präzisionsstufen spielen eine untergeordnete Rolle; wichtiger sind saubere, geschmierte Lager und passende Distanzstücke (Spacer) zwischen den Lagern, damit sie nicht verkanten.

Wheelbite vermeiden

Große, weiche Rollen können in engen Kurven das Deck berühren – das Board stoppt abrupt („Wheelbite“). Abhilfe: härtere Lenkgummis, Riser Pads oder ein Deck mit Aussparungen über den Rollen.

Werkzeug und Pflege

Ein Skate-Tool reicht. Lager nach Regenfahrten trocknen und ölen, Lenkgummis ersetzen, wenn sie rissig werden. Wie die Teile beim klassischen Skateboard zusammenspielen: Skateboard-Aufbau.

Setups für typische Fahrstile

StilAchsenLenkgummisRollen
Cruisen in der StadtRKP, 150–180 mmweich bis mittel65–70 mm, 78–80A
CarvenRKP, eher lockerweich, Cone oben65–70 mm, 80A
DownhillRKP, stabilhart, Barrel70–75 mm, 80–83A
DancingRKP, mittelmittel65–70 mm, 80–83A
Freeride / SlidesRKPmittel bis hartrunde Kanten, 80–86A

Rollen umdrehen und tauschen

Rollen fahren sich ungleichmäßig ab, besonders bei Slides. Dreh sie gelegentlich um oder tausche vorn und hinten. So hält ein Satz Rollen länger.

Kleine Änderung, große Wirkung

Manchmal reicht ein neuer Satz Lenkgummis, um ein Board völlig anders zu erleben. Wer sein Board zu nervös oder zu träge findet, sollte hier zuerst ansetzen, bevor er ein neues Board kauft.

Häufige Fragen

Welche Rollenhärte für die Stadt?

Weiche Rollen zwischen 78A und 83A. Sie dämpfen Kopfsteinpflaster und Risse im Asphalt und haben viel Grip.