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Stand Up Paddling

SUP für schwere Paddler: Boards bis 130 kg und mehr

Die Traglastangabe auf dem Karton ist nur die halbe Wahrheit. Damit ein Board bei 110, 130 oder 150 Kilo stabil liegt und gut gleitet, zählen Volumen, Breite und Steifigkeit.

Aktualisiert am 26.09.20264 Min. LesezeitLevel: alle

Umrisse von Allround-, Touring- und Race-SUP im VergleichAllround10'6" · 32–34"Touring12'6" · 29–31"Race14'0" · 23–27"
Breite und Länge bestimmen zusammen mit der Dicke, wie viel ein Board trägt.

Traglast ist nicht gleich Fahrbarkeit

Die maximale Zuladung sagt, wann ein Board noch schwimmt – nicht, wann es sich gut fährt. Als Faustregel gilt: Dein Körpergewicht plus Gepäck sollte höchstens zwei Drittel der angegebenen Traglast betragen. Für 130 kg Gesamtgewicht heißt das: Board mit rund 190 bis 200 kg Traglast.

Die richtigen Maße

GesamtgewichtLängeBreiteVolumen (Richtwert)
90–110 kg10'6"–11'33–34"ab ca. 300 l
110–130 kg11'–12'34–35"ab ca. 330 l
über 130 kg12'–12'6"34–36"ab ca. 360 l

Die Dicke sollte bei aufblasbaren Boards 6" betragen. Dünnere Boards biegen sich unter hohem Gewicht zu stark durch.

Steifigkeit ist das A und O

Schwere Paddler belasten die Mitte des Boards stärker. Ein weiches Board „hängt durch“, die Nase und das Heck heben sich, das Board wird langsam und kippelig. Deshalb:

Pro-TippBei hohem Gewicht lohnt sich eine elektrische Pumpe oder eine sehr gute Doppelhubpumpe. 18 PSI von Hand in ein 12-Fuß-Board zu pumpen, ist ein Workout vor dem Workout. Siehe SUP-Pumpe.

Stabil stehen

Größere und schwerere Menschen haben oft einen höheren Schwerpunkt. Breite Standposition, Füße parallel auf Hüftbreite über dem Tragegriff, Knie leicht gebeugt – das macht viel aus. Ein längeres Board liegt zudem ruhiger im Wasser als ein kurzes, breites.

Das Paddel

Große Paddler brauchen längere Paddel. Viele Set-Paddel enden bei 210 oder 215 cm. Wer 1,95 m groß ist, braucht ein Paddel, das auf 215 bis 220 cm einstellbar ist. Mehr zur Paddellänge im Beitrag SUP-Paddel.

Zu zweit auf dem Board?

Boards mit hoher Traglast werden oft als „Familienboards“ beworben. Zwei Erwachsene auf einem Board gehen, fahren sich aber selten gut. Ein Erwachsener mit Kind oder Hund ist die realistischere Kombination.

Aufsteigen aus dem Wasser

Mit höherem Körpergewicht ist das Zurückklettern aufs Board anstrengender. Ein paar Tricks helfen: Schwimm von der Seite an das Board, greif den Tragegriff in der Mitte, mach einen kräftigen Beinschlag und zieh dich bäuchlings auf das Deck. Einige Boards haben seitliche Griffe, die das erleichtern. Wer unsicher ist, übt das in Ufernähe, bevor die erste Tour ansteht.

Kleidung und Wohlfühlen

Es gibt Schwimmwesten und Neoprenanzüge in großen Größen, sie sind im Laden aber oft seltener vorrätig. Online bestellen und in Ruhe zu Hause anprobieren ist eine Möglichkeit. Wichtig ist, dass die Weste eng anliegt und nicht nach oben rutscht. Eine Hüftgurt-Rettungsweste ist eine bequeme Alternative, weil sie beim Paddeln kaum stört.

Auf das Board kommt es an

Viele schwere Paddler erzählen, dass sie nach einem schlechten Start mit einem zu weichen Board fast aufgehört hätten – und auf einem steifen, breiten Board plötzlich sicher standen. Wenn du dich wackelig fühlst, liegt es selten an dir, sondern oft am Material. Probier im Verleih gezielt große, steife Boards aus.

Häufige Fragen

Gibt es aufblasbare SUPs für 150 kg?

Ja, es gibt große Allround- und Familienboards mit Traglasten von 200 kg und mehr. Achte auf 6" Dicke, hohen Betriebsdruck und eine steife Bauweise.

Soll ich als schwerer Anfänger ein kürzeres Board nehmen, weil es leichter zu drehen ist?

Eher nicht. Mehr Länge bedeutet mehr Volumen und Ruhe im Wasser. Ein 11-Fuß-Board mit 34" ist für schwere Einsteiger meist die bessere Wahl als ein 10-Fuß-Board.